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Daheim in Nickelsdorf

Bürgermeister Gerhard Zapfl geht nach knapp 30 Jahren

1996 war es, als Gerhard Zapfl das Amt des Bürgermeisters der Großgemeinde Nickelsdorf antrat. Seither hat sich viel getan. Seit 2005 wird auf den Pannonia Fields II alljährlich das Nova Rock Festival veranstaltet, welches immer wieder weit über hunderttausend Besucher nach Nickelsdorf lockt. In den knapp 30 Jahren, in denen Gerhard Zapfl Bürgermeister der Gemeinde war, war allerdings nicht immer alles eitel Wonne: 2015 kam mit der Flüchtlingskrise eine große Herausforderung auf die Grenzgemeinde zu. Durch den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde und den Integrationswillen der Ankommenden wurde diese gemeistert, heute zeigt sich die Gemeinde vielfältiger denn je. In seinen letzten Monaten als Bürgermeister wirft Gerhard Zapfl einen Blick zurück.



Herausforderung und Chance

Die Flüchtlingskrise und was geblieben ist

Die Flüchtlingskrise des Jahres 2015 stellte eine große Herausforderung für die Gemeinde Nickelsdorf dar. Einige Angekommene sind geblieben und bereichern nun das Dorfleben.

Ein Beispiel für gelebte Integration: Ali und Luai Alhussein vor ihrem Lokal "das Risa".

Während der Flüchtlingskrise, die sich im Jahre 2015 vor aller Augen abgespielt hat, war die Grenzgemeinde Nickelsdorf ein besonderer Brennpunkt. Bürgermeister Gerhard Zapfl bezeichnet die Vorgänge von damals heute als „das Herausforderndste, aber auch das Schönste“, was er während seiner knapp 30-jährigen Amtszeit als Bürgermeister von Nickelsdorf erleben durfte. Damals, so berichtet er, seien binnen sechs Wochen rund 300.000 Menschen nach bzw. durch Nickelsdorf gekommen. Besonders im Kopf geblieben ist ihm dabei der 11. September 2015.

„Auf einmal waren 24.000 Menschen bei uns im Ort, die nicht mehr weggebracht werden konnten. Allein am Hauptplatz sind 1.500 gesessen. Da war natürlich etwas los und da bin ich auch nervös geworden – aber am Ende ist durch die Zusammenarbeit mit dem damaligen Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil alles gut ausgegangen“, so Zapfl über den für ihn bezeichnendsten Tag der Krise.

Heute, so erzählt er, käme dank der von Innenminister Karner forcierten „Operation Fox“, die von Beamten der österreichischen und der ungarischen Polizei durchgeführt wird, kaum noch jemand illegal über die Grenze von Nickelsdorf.

Syrisches Brüderpaar als Beispiel für gelebte Integration

Die allermeisten, die 2015 nach Nickelsdorf gekommen sind, haben den Ort bloß als Zwischenstation gesehen. Manche aber sind hier geblieben und haben den Ort auch zu ihrem beruflichen Lebensmittelpunkt gemacht. So etwa das Brüderpaar Ali und Luai Alhussein, die zunächst die Stodlschenke als Heurigen mit orientalischen Spezialitäten wiedereröffnet haben und seither dazu übergegangen sind, das Wirtshaus im Ort, das „Risa“, neu zu beleben. Neben den typischen Speisen findet sich dort auch die Postpartnerstelle der Gemeinde. Als Mitarbeiterin haben sie außerdem eine Dame aus der Ukraine, die nach Kriegsbeginn nach Nickelsdorf gekommen ist.

„Das ist gelebte Integration“, so Zapfl. Aus diesem Grund veranstaltet die Gemeinde seit vergangenem Jahr auch das „Fest der Begegnung“ auf dem Hauptplatz. Am kommenden Samstag, dem 19. September, sind alle Bewohner der Gemeinde eingeladen, sich am Hauptplatz zu treffen, ins Gespräch zu kommen und die Vielfältigkeit der Grenzgemeinde gemeinsam zu feiern.

Bürgermeisterwechsel

Erich Weisz soll für Gerhard Zapfl übernehmen

Nach knapp 30 Jahren will Gerhard Zapfl den Gemeindevorsitz an seinen langjährigen Wegbegleiter Erich Weisz übergeben, der bereits einiges an Erfahrung als Vizebürgermeister gesammelt hat.

Er hat es schon beim Umschneiden seines letzten Maibaums offiziell angekündigt: nach knapp drei Jahrzehnten im Amt will Gerhard Zapfl Ende November den Bürgermeisterposten der Großgemeinde Nickelsdorf rund ein Jahr vor den Gemeinderatswahlen 2027 abgeben. An seine Stelle soll Erich Weisz treten, der Zapfl schon seine gesamte Amtszeit lang begleitet und über die Jahre hinweg auch schon einiges an Erfahrung als Vizebürgermeister gesammelt hat. Aktuell bekleidet er das Amt des 2. Vizebürgermeisters.

Gerhard Zapfl und Erich Weisz.

Musikfestival

Nova Rock für Nickelsdorf „wie die Butter zum Brot“

Über 20 Jahre ist es her, dass Ewald Tatar ins Büro von Gerhard Zapfl kam und eine aufregende Idee für ihn hatte. Heute können beide auf eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte zurückblicken.

Bürgermeister Gerhard Zapfl mit Veranstalter Ewald Tatar beim diesjährigen Nova Rock.

Ein Highlight jedes Nova Rock: das Frühschoppen.

Nickelsdorf Seit 2005 findet das Nova Rock alljährlich in Nickelsdorf statt. Zehntausende Besucher aus ganz Österreich und weit über die Landesgrenzen hinaus pilgern jedes Jahr in die Grenzgemeinde, um dem Alltag gemeinsam für ein paar Tage zu entfliehen und dabei einige der größten Rock- und Metalacts der Welt zu erleben. Auch heuer wurden an allen vier Tagen zusammen rund 215.000 Besucher gezählt.

Im kommenden Jahr wird das Festival wieder an drei Tagen von 10. bis 12. Juni stattfinden.

Die ersten bestätigten Acts sind aktuell „Die Ärzte“, „Motionless in White“ und „TBS“.

Tickets und weitere Informationen sind unter www.novarock.at zu finden.

Kurz Notiert

Zapfl lädt zum „Jubiläum mit Ausklang“

Zum Abschluss seiner dreißigjährigen Amtszeit als Bürgermeister lädt Gerhard Zapfl am Freitag, den 20. November, noch einmal zu einem gemütlichen Zusammentreffen ins Gemeindeamt von Nickelsdorf. Hier können die Bürger und Wegbegleiter noch einmal gemütlich bei Speis und Trank mit ihrem abtretenden Ortschef ins Gespräch kommen. Abschließend richtet Zapfl noch ein Wort an seine Mitbürger: „Liebe Leute, ich durfte 30 Jahre in der Gemeinde für euch als Bürgermeister da sein und freue mich sehr, dass uns während meiner Amtszeit sehr viele Dinge gelungen sind.“

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